Margit Hillenmeyer
Fachreferentin - Bereich Gebärdensprachlehre
Motivation
Endlich habe ich eine Tätigkeit gefunden, die haargenau zu meinen Interessen und Fähigkeiten passt. Meine bisher nebenberufliche und ehrenamtliche Tätigkeit ist nun mein Traumberuf. Was mich besonders freut, dass ich dadurch der Gehörlosengemeinschaft eng verbunden bleibe.
In meinem Leben habe ich sehr viel erlebt, z.B. dass unsere Sprache als Gebärdensprache bezeichnet wird, dass sie eine eigenständige Sprache ist usw. Mir war das erst bewusst, als ich anfing, die eigene Sprache zu analysieren. Das hat mir das Gefühl vermittelt, eine Gebärdensprachforscherin zu sein. Durch das Bewusstwerden beteiligte ich mich am Emanzipationsprozess. Aus diesem Grund bin ich dankbar, dass ich gehörlos bin.

Das ist meine Namensgebärde.
Mit meiner Arbeit im Institut möchte ich eine Brücke zwischen den zwei Welten der Gehörlosen und Hörenden bauen und die Verbreitung der Gebärdensprache unterstützen. Durch meine Arbeit habe ich gute Möglichkeiten, die Situation in Bayern zu ändern.
Werdegang
- seit 1986 diverse Gebärdensprachkurse an der Münchner Volkshochschule, an der Universität München (Ausbildung von Gehörlosenlehrern), Gebärdensprachkurse für Berufsschullehrer und gehörlose Schüler im Berufsbildungswerk München und für Erzieher, Sozialarbeitern, Pfarrer und Krankenhauspflegepersonal in verschiedenen Verbänden für Gehörlose usw. - Ich kann die Kurse nicht mehr zählen. Wenn ich zurückblicke, erinnere ich mich, dass ich zuerst Kurse in Lautsprachbegleitenden Gebärden (LBG) gegeben habe. Ich konnte mich damit nicht identifizieren, daher habe ich 1989 angefangen durchgehende Gebärdensprachkurse in Deutscher Gebärdensprache (DGS) an der Münchner Volkshochschule aufzubauen - einer der ersten Kurse in Deutschland
- jahrelange Seminarleitung und -durchführung speziell für GebärdensprachkursleiterInnen - das schon seit 1992.
Ich ruhe mich nicht "auf meinen Lorbeeren" aus, sondern werde mich so lange dafür einsetzen, bis die Qualität der Ausbildung für Kursleiter erreicht ist. - fast 10 Jahre Leiterin der Münchner Arbeitsgruppe für Entwicklung der Gebärdensprach-Lehrmethoden an der Münchner Volkshochschule
- Entwicklung und Herausgabe von Kursmaterial für Gebärdensprachkurse (4 Übungshefte Deutsche Gebärdensprache für Bayern)
- diverse Vorträge über Gebärdensprache an der Akademie Dillingen für Lehrerfortbildung, in Kommunikationsforen, Gehörlosenschulen usw. - sozusagen bin ich viel unterwegs. Mein Herz hängt an Bayern.
- 1998 bis 2002 Abnahme der Gebärdensprachprüfung im 1. Staatsexamen für Gehörlosenpädagogikstudenten, daneben auch Scheinvergabe mit praktischen Prüfungen mit Fachwissen für Gehörlosenpädagogikstudenten - erreicht durch einen Petitionsantrag im Bayerischen Landtag und enge Zusammenarbeit mit Lehramtstudenten
- darüber hinaus auch Beteiligung an einer Anhörung im Bayerischen Landtag über Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache
- 1999 - 2001 drei einsemestrige Vorlesungen über Gebärdensprache an der Uni München, im Institut für Phonetik und sprachliche Kommunikation
- 2000 als Gutachterin für das Forschungszentrum für Gebärdensprache nach Klagenfurt eingeladen
- 2001 bis 2004 als Mitglied der Lehrplankommission "Deutsche Gebärdensprache als Unterrichtsfach im Förderzentrum für Hörgeschädigte" vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus berufen
- 2002 - 2004 Mitglied einer Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines Berufsbilds "Gebärdensprachdozent/ -lehrer", gegründet vom Deutschen Gehörlosenbund
- 2004 - 2005 Mitglied des Workshops "Entwicklung einer multimedialen DGS-Grammatik" am Institut für Deutsche Gebärdensprache Hamburg
Auch die eigene Qualifikation finde ich wichtig, daher:
- Teilnahme an verschiedenen Seminaren, Workshops über Gebärdensprache, Tagungen zur Gebärdensprachforschung in München und Leipzig und an den Kulturtagen in Dresden
- 1997 Ausbildung zum Gebärdensprachkursleiter an der Universität Hamburg (Institut für Deutsche Gebärdensprache) mit Abschlussprüfung
- März bis November 2001 Weiterbildung zur linguistisch qualifizierten Gebärdensprachdozentin an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt mit Abschlussprüfung.
Kein Meister fällt vom Himmel!
Kontakt
Margit Hillenmeyer
Fachreferentin - Bereich Gebärdensprachlehre
Gehörlosen Institut Bayern
Fürther Str. 212
90429 Nürnberg
Fax: 0911 / 321 57 81
Bildtel: 0911 / 321 55 22
e-mail: m.hillenmeyer(at)giby.de


